Schlagwort-Archive: spiegel online

Finanzkrise: Jetzt wird’s widersprüchlich

Ok, meinetwegen jeden Tag News zum Thema Finanz-Krise.

Autobauer XY geht’s total mies, die Gilde der Häkelpuppen blickt mit Sorge in die Zukunft, Firma 123 auch nicht gut, Branche „§($“§& verzeichnet Umsatzeinbrüche. Dazwischen immer wieder Meldungen á la „alles doch nicht so schlimm!!!“. Das verwirrt.

Aber jetzt auch noch beides gleichzeitig?

Finanzkrise: Widersprüchliche Berichterstattung?

Finanzkrise: Widersprüchliche Berichterstattung? (Screenshot Spiegel-Online, 26.02.2009, ~ 1o Uhr)

Ok, ich sehe ein, es ist ein ernstes Thema: denn da hängen Menschen & Jobs dran. Aber manchmal ist der Übergang zwischen Berichterstattung und Hysterie erstaunlich fließend.Wie war das nochmal mit Wirtschaft & Psychologie?

Da verweise ich doch lieber auf ein paar Bankerwitze bei Vowe.

Pirate-Bay-Prozess: Spiegel Online berichtet einseitig

Ich fand diesen Artikel über den Pirate-Bay-Prozess von Konrad Lischka für Spiegel Online auf den ersten Blick auch etwas befremdlich. Konnte das ungute Gefühl in der Magengegend allerdings nicht gleich argumentativ aufdröseln, bzw. hatte einfach keine ust mir den Sonntag verderben zu lassen 😉

Dankenswerterweise hat sich nun Marcel Weiss von Netzwertig in einem ausführlichen Artikel der Sache angenommen.

Punkt für Punkt und seine Statements sachlich belegend, nimmt er den Spiegel-Online-Artikel auseinander. Äußerst lesenwert, weil

a) gespickt mit vielen Hintergrundinformationen rund um die Vorkommnisse um den Prozess und

b) hier wunderbar deutlich wird, wie unsachlich / unausgewogen der Spiegel-Online-Artikel in diesem Licht erscheint.

Mein Eindruck: ein mehr als fader Nachgeschmack nach Propaganda und Beinahe-Lobbyjournalismus, seitens Spiegel Online.

Mithin ein wunderbares Beispiel dafür, dass der Gap zwischen technischen Möglichkeiten und dem, was damit gemacht wird auf der einen Seite und Recht & Gesetz  auf der anderen Seite, 1. gigantisch ist und 2. eher zunimmt als kleiner wird. Dazu kommt der gefühlte Background einer beinahe bombastischen Inkompetenz seitens der Politik, was Netzthemen angeht.

Apropos Netzkompetenz und Politik, in diesem Zusammenhang fallen mir die Kinder-Reportagen des ZDF/ARD Morgenmagazins ein:

Ein paar Zitate gefällig?

  • Guido Westerwelle (FDP):
    – „Computer ist für mich eher so ein ganz einfaches Instrument, so wie ein Hammer oder ein Nagel.“
  • Christian Ströbele (GRÜNE):
    – „Ins Internet bin ich, glaube ich, einmal oder zweimal gegangen.“
    – „Ich weiß nur, dasss es Leute gibt, die da so ein Programm entwickelt haben, womit man nach so mit einzelnen Fundwörtern etwas finden kann. Aber ich mach das nie.“

NOCH FRAGEN?

Da haben Lobbyisten mehr als leichtes Spiel, könnte man meinen. Schön, wenn Mainstream-Medien sich berufen fühlen, da noch ein bisschen nachzuhelfen.

Ja ich weiß, man soll nicht alle über einen Kamm scheren, sicherlich gibt es auch Gegenbeispiele. Sorry, ich bin Hesse und seit der vorletzten Wahl einfach ziemlich politikverdrossen :/

Zum Abschluss noch ein Lesetipp und zwar dieser Artikel zum Pirate-Bay-Prozess von Janko Röttgers.