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Geld verdienen mit Musik in Zeiten des Internets: 10 erprobte Modelle

Eine prima Übersicht, welche Wege man gehen kann, um im digitalen Zeitalter mit Musik noch Geld zu verdienen. www.78s.ch hat dazu eine kleine Liste erstellt, und jeses Modell mit weiterführenden Links versehen.

Verkürzt handelt es sich dabei um:

Pay What You Want: Der Klassiker, bekannt geworden als das Radiohead-Modell.

Gratis-CD: Die Basler Band Cloudride verschenkt ihre EP “Vincent” nicht nur online, sondern hat 10′000 Exemplare auf CD gepresst und bringt diese gratis unter die Leute. Im Gegensatz zum Gratisdownload verzichten Cloudride nicht nur auf Verkaufseinnahmen, sondern investieren zusätzlich, um möglichst breite Aufmerksamkeit zu erlangen.

Das Unikat: Nachdem sie die Songs vorab bereits verschenkt haben, versteigern The Bianca Story fünf Songs als Unikat, verpackt in ein Kunstobjekt. Das Unique Copy Album ist ein zwei Meter hoher Würfel mit integrierter Sound- und Videoanlage.

Aktien: Einfaches Prinzip: Fans werden zu Aktionären und finanzieren das Album. Im Gegenzug werden sie an den Gewinnen beteiligt.

Memberclub: [..]Wer Mitglied des hauseigenen Fanclubs ist, erhält alle Releases vorab kostenlos als Download sowie exklusive Downloads nur für Mitglieder.

fasst Netzwertig die Liste zusammen. Hier geht’s zum Artikel auf 78s.ch.

Pirate-Bay-Prozess: Spiegel Online berichtet einseitig

Ich fand diesen Artikel über den Pirate-Bay-Prozess von Konrad Lischka für Spiegel Online auf den ersten Blick auch etwas befremdlich. Konnte das ungute Gefühl in der Magengegend allerdings nicht gleich argumentativ aufdröseln, bzw. hatte einfach keine ust mir den Sonntag verderben zu lassen 😉

Dankenswerterweise hat sich nun Marcel Weiss von Netzwertig in einem ausführlichen Artikel der Sache angenommen.

Punkt für Punkt und seine Statements sachlich belegend, nimmt er den Spiegel-Online-Artikel auseinander. Äußerst lesenwert, weil

a) gespickt mit vielen Hintergrundinformationen rund um die Vorkommnisse um den Prozess und

b) hier wunderbar deutlich wird, wie unsachlich / unausgewogen der Spiegel-Online-Artikel in diesem Licht erscheint.

Mein Eindruck: ein mehr als fader Nachgeschmack nach Propaganda und Beinahe-Lobbyjournalismus, seitens Spiegel Online.

Mithin ein wunderbares Beispiel dafür, dass der Gap zwischen technischen Möglichkeiten und dem, was damit gemacht wird auf der einen Seite und Recht & Gesetz  auf der anderen Seite, 1. gigantisch ist und 2. eher zunimmt als kleiner wird. Dazu kommt der gefühlte Background einer beinahe bombastischen Inkompetenz seitens der Politik, was Netzthemen angeht.

Apropos Netzkompetenz und Politik, in diesem Zusammenhang fallen mir die Kinder-Reportagen des ZDF/ARD Morgenmagazins ein:

Ein paar Zitate gefällig?

  • Guido Westerwelle (FDP):
    – „Computer ist für mich eher so ein ganz einfaches Instrument, so wie ein Hammer oder ein Nagel.“
  • Christian Ströbele (GRÜNE):
    – „Ins Internet bin ich, glaube ich, einmal oder zweimal gegangen.“
    – „Ich weiß nur, dasss es Leute gibt, die da so ein Programm entwickelt haben, womit man nach so mit einzelnen Fundwörtern etwas finden kann. Aber ich mach das nie.“

NOCH FRAGEN?

Da haben Lobbyisten mehr als leichtes Spiel, könnte man meinen. Schön, wenn Mainstream-Medien sich berufen fühlen, da noch ein bisschen nachzuhelfen.

Ja ich weiß, man soll nicht alle über einen Kamm scheren, sicherlich gibt es auch Gegenbeispiele. Sorry, ich bin Hesse und seit der vorletzten Wahl einfach ziemlich politikverdrossen :/

Zum Abschluss noch ein Lesetipp und zwar dieser Artikel zum Pirate-Bay-Prozess von Janko Röttgers.